En Freund Fass Lehwe

..........und wie es dazu kam.

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Die Geschichte der Entstehung dieser CD beginnt eigentlich schon im Januar 1999.

Damals laß ich in der Zeitung, dass das Regierungspräsidium Karlsruhe einen Mundartwettbewerb veranstaltet. Dabei konnte man in den Sparten "Lied", "Prosa" und "Lyric" zwei Beiträge einsenden.

Da ich schon immer mit dem Gedanken spielte, ein oder mehrere Stücke in kurpfälzer Mundart zu singen (da Englisch und Kurpfälzisch die einzigen Sprachen sind, die ich einigermaßen beherrsche), faßte ich kurzerhand den Entschluß: "Da mache ich mit!".

Meinen alten Kumpel "Faz" Breuner hatte ich gleich überredet, mit ihm zusammen in seinem kleinen Kellerstudio (eigentlich war es ein PC, aber Studio klingt einfach besser), zwei Stücke aufzunehmen. Ich hatte mich kurzfristig für die Jezebel's Tower Stücke "Deep In Me" und "Friends" entschieden, die aus der Feder von Andy und mir stammten. Das heißt Andy hat die Akkorde gespielt und ich habe drauf gesungen. Irgendjemand von uns beiden (oder beide zusammen) werden wohl der/die Komponist(en) sein. Egal!

Jedenfalls habe ich auch noch zwei Dialekttexte zu den schon vorhandenen englischen Texten geschrieben, was eigentlich recht schnell klappte. Ich denke, dass ich pro Lied nicht mehr als 45 Minuten gebraucht habe (klingt vielleicht nach Eigenlob aber ich bin einfach mal superstark).

So, weiter geht's. Nach einigem hin und her war die Sache aufgenommen. Zwar nicht presstauglich aber zum Anhören reichte es allemal. Faz hat sie schnell noch auf CD gebrannt. Dann rein das Ding in zwei Umschläge, wobei einer anonymisiert und nur mit einem Kennwort versehen war (das war Vorraussetzung) an das Regierungspräsidium geschickt.

Es ging eine lange Zeit ins Land und es ward Sommer und Herbst.
Ich hatte die Sache mit dem Wettbewerb schon längst abgehakt, als dann im September ein Schreiben kam, in dem mir das Regierungspräsidium mitteilte, dass der Song "En Freund Fass Lehwe" (Ein Freund für's Leben) einen der drei ersten Preise in der Rubrik "Lied" belegt hat. Das freute mich natürlich fast so sehr wie die damit verbundene Tatsache, einen Scheck über 500.-- DM zu bekommen.

Vorher war aber noch Öffentlichkeitsarbeit angesagt.
Ich glaube irgendwann im September fand in der Ettlinger Stadthalle die offizielle Preisverleihung des Mundartwettbewerbes statt. Also Andy gepackt und nix wie hin.
Eigentlich hatten wir einen Abend in der Art "volkstümliche Hitparade" erwartet und wenn man sich überlegt, dass wir sehr bald bemerkten, dass wir den Altersschnitt dort erheblich nach unten drückten, wurden wir in dieser Meinung bestärkt.

Doch wir haben uns getäuscht; ich gebe es hiermit zu. Die Vorträge der Preisträger waren eigentlich zu 80 % sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Alles weit entfernt von Heino, Ohnesorgtheater und "Herzilein". Im Gegenteil, manche Vorträge waren auch sehr kritisch. Unter anderem der Lehrer, der sein Gedicht unter dem provozierend gemeinten Hinweis vortrug, er würde in einem "Asylantenkaff" wohnen. Allerding ist er entschuldigt, denn er war mit Sicherheit nicht mehr nüchtern, sondern ganz schön bedödelt. Egal - Er hat seinen Beifall und auch seinen Scheck bekommen.

Apropos Lehrer: Bis auf zwei Teilnehmer waren alle Preisträger Lehrer/innen. Und wie sich dann herausstellte waren die beiden anderen Polizisten. Der Wettbewerb war also komplett in Händen der Diener unseres Musterländles.

Irgendwann war es dann aber doch so weit und unser Auftritt war an der Reihe. Etwas gekleppert haben wir schon, denn wir wollten vor all den Omi's und Opi's im Publikum auch nicht versagen. Für Andy stand ein blankpolierter Flügel bereit und für mich sogar eine Sendermikrofon. Nachdem ich nach kurzem Check sogar den Einschaltknopf für das Mikro fand ging es nach ein paar dummen Sprüchen los.

Kurz und gut: Ich bin mir eigenltich sicher, dass der Vortrag recht gut geklappt hat und dass es den Leuten gefiel.

So, jetzt war die Sache mit dem Auftritt erledigt. Aber ich hatte Blut geleckt und wollte mehr. Zwischenzeitlich war ich überzeugt, dass diese beiden Stücke beim Publikum gut ankommen. Zum nächsten logischen Schritt war nur noch ein kleiner Weg: "Jetzt muss eine CD her!"

Doch wie soll man das bezahlen. Gut, da waren die 500 Eier vom Wettbewerb, aber das reichte natürlich nicht mal für die Presskosten. Zum Glück hat sich Ralf bereit erklärt, dass ich die CD bei ihm aufnehmen kann. Er hat zwar auch nur ein kleines Studio (PC und mehr), ist aber -wie ich dann feststellte- total fit an den Geräten und Instrumenten.

Andy hat das Zeug nochmal midimäßig auf Diskette gespielt und die habe ich dann zu Ralf gebracht. Er hat sie reingeladen und die Songs soweit vorbereitet, dass ich nur noch einsingen musste. Das ging "relativ" gut und ich glaube nach dem 3. Aufnahmetag/-abend war alles im Kasten.

Doch irgendwas fehlte noch und die Lösung war bald gefunden. Jochen von den "Deaf Nuts" ein wirklich Supersänger, hat innerhalb kürzester Zeit einen vierstimmigen Gesang auf die Festplatte geknallt, dass man nur staunen kann, wenn man es hört. Ich möchte mich hier mal ganz artig bei ihm dafür bedanken (und wenn ich mal Geld damit verdiene, bekommt er auch was ab. Versprochen!)

So, eingesungen und eingespielt war alles. In der Zwischenzeit hat mir Eric Säubert noch bei der Covergestaltung geholfen. Vielleicht ist das CD-Cover etwas dunkel, aber das war mein Fehler.
Auf dem Umschlag sieht man ein Bild von meinem alten Kollegen Walter Koranda. Über ihn zu schreiben, würde ein ganzes Buch füllen. Hier nur soviel: Ich habe ihm sehr viel zu verdanken und wäre sicher ein ganz anderer Mensch geworden, wenn ich ihm nicht begegnet wäre und wir 5 Jahre zusammen auf dem Brühler Polizeiposten gearbeitet hätten. Es steht für mich jedenfalls felsenfest fest (schöner Doppler), dass er verdient hat, dass ich ihm den Song "En Freund Fass Lehwe" widme, auch wenn er natürlich nichts mehr davon hat. Meistens merkt man aber immer erst, wie wichtig jemand für einen ist oder war, wenn es ihn nicht mehr gibt.

Aber weiter. Anschließend wurde die Pressung von Goodlife-Records aus Speyer übernommen (ich mußte halt doch das Familiensparschwein schlachten, um den Rest finanzieren zu können).

Jetzt ist die CD fertig und auf dem Markt.

 

 

Wenn du noch lesen möchtest, was die Presse über diese Lieder sagt, dann drück mich!

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